Episode #182 – Mental Health Romance mit Alex Pudlich

Mental Health Romance mit Alex Pudlich

Manche Gäste bringen eine ganze Welt mit an den Tresen – Alex Pudlich bringt gleich mehrere. Alex (Jahrgang 1991, geboren in Hannover, heute in Berlin zu Hause) ist Autor, Illustrator und Blogger in einer Person und aufgewachsen, wie dey selbst sagt, in einer Welt aus Büchern, Queerness und Gothic. Alex definiert sich als non-binär und versteht das Buch als Gesamtkunstwerk. Text, Gestaltung und Illustration gehören für dey untrennbar zusammen, weshalb dey deren Cover am liebsten selbst zeichnet. In deren Geschichten – von der »Steam Angel«-Reihe über »Clavis ad Astra« bis zu »Lucia, Victorian Goddess« – treten die Außenseiter aus dem Schatten und werden endlich selbst zu Held:innen ihrer Geschichte.

Und genau da setzt unser heutiges Thema an: Mental Health Romance. Aber was ist das eigentlich? Alex beschreibt es als eine Liebesgeschichte, in der Figuren mit psychischen Erkrankungen oder Neurodivergenzen nicht länger die beste Freundin oder der komplizierte Nebencharakter sind, sondern im Mittelpunkt stehen – mit eigener Entwicklung, eigener Liebe, eigenem Leben. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Romanze: Liebe ist hier kein Wundermittel, das die Krankheit über Nacht verschwinden lässt. Sie ist Stütze, nicht Heilung – sie kann Halt geben, Therapie ermöglichen und das Annehmen von Hilfe leichter machen, während die Erkrankung real und ernst genommen bleibt. Die Tresencrew spricht mit Alex darüber, warum dieses Label in den USA längst ein Verkaufsargument ist, in Deutschland aber noch im Verborgenen schlummert, was deren aktuelles Projekt »Wenn dein letztes Lied verklingt« damit zu tun hat – und wie man über schwere Themen erzählen kann, ohne die Leserschaft zu erdrücken.

Alex’ Links:

Sonstige erwähnte Bücher: